Flörsheim
Flörsheim hat 20.000 Einwohner und ist eine relativ junge Stadt im Main-Taunus-Kreis. Wer in Flörsheim oder seinen Stadtteilen Weilbach, Wicker (dem „Tor zum Rheingau“) und Keramag wohnt, lebt dank Altstadtsanierung und Dorferneuerung in einer Stadt mit hoher Lebens- und Wohnqualität. Darüber hinaus hat sich jeder Stadtteil seine im Laufe der Zeit entstandenen Eigenarten bewahrt.
Meine politische Arbeit:
Flörsheim liegt in der unmittelbaren Nachbarschaft des Frankfurter Flughafens. Während diese Tatsache auf der einen Seite für Stadt und Region wirtschaftlich überlebenswichtig ist, führt dies auf der anderen Seite aber auch zu einer nicht zu unterschätzenden Lärmbelastung für die Bewohner. Daher stehe ich zwar hinter dem Flughafenausbau, setze mich aber v.a. intensiv für ein intelligentes Lärmmanagement, die Verlagerung zusätzlicher Charter- und Cargoflüge nach Frankfurt-Hahn oder Köln/Bonn, die Verlagerung von An- und Abflugschneisen und einen größtmöglichen Ausbau des passiven Lärmschutzes für die betroffenen Gebiete ein.
Um die Bürger In Flörsheim und Umgebung vom starken Durchgangsverkehr zu entlasten, setze ich mich für eine effizientere Verkehrsführung ein.
Zuletzt konnte ich Flörsheim dringend benötigte Gelder aus dem Sonderinvestitionsprogramm des Landes Hessen und dem Konjunkturprogramm II des Bundes sichern. Mit dem Geld konnte u.a. der 5,6 Millionen Euro teure Neubau der Sophie-Scholl-Schule finanziert werden.
Historie:
Erstmals urkundlich erwähnt wird die fränkische Siedlung Flörsheim 828. Bis ins 19. Jahrhundert hinein gehörte sie gemeinsam mit den Nachbargemeinden Weilbach und Wicker zum Erzbistum Mainz. Nach dem preußisch-österreichischen Krieg 1866 annektierte Preußen Flörsheim und seine Nachbargemeinden. Seit der Auflösung Preußens durch die Alliierten 1945 gehören die Gemeinden zum Bundesland Hessen.
Lange Zeit lebten die Einwohner vor allem vom Wein- und Getreideanbau sowie vom Fischfang. Dies änderte sich Mitte des 18. Jahrhunderts mit der Flörsheimer-Fayence-Fabrik, einer Manufaktur im Auftrag des Mainzer Kurfürsten. Die Bedeutung der Manufaktur spiegelt sich auch im Wappen Flörsheims wider: Die drei F verwiesen ursprünglich auf die Manufaktur. Heutzutage werden sie aber häufig als Abkürzung für „Flörsheim feiert Feste“ interpretiert.
Im Zuge der Industrialisierung entwickelte sich Flörsheim zu einer so genannten Arbeiter-Wohnsitzgemeinde.
Im Jahr 1904 wurde das heutige Marienkrankenhaus von Dernbacher Ordensschwestern gegründet und 1955 von Missionsdominikanerinnen übernommen.
Die Stadtrechte erhielt Flörsheim dann im Jahre 1953, also mehr als 1000 Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung der Siedlung. Neunzehn Jahre später schloss man sich mit Weilbach und Wicker zu einer Stadt zusammen. Die Partnerstädte sind Perols (Frankreich, seit 1992) und Pyskowice (Polen, seit 2005). Darüber hinaus pflegt man eine Städtefreundschaft mit der türkischen Stadt Güzelbahçe.
Kultur:
Vom Stadtteil Wicker aus, dem „Tor zum Rheingau“ nimmt der Wickerer Wein-Weg seinen Ausgang und führt bis zur Flörsheimer Warte und zurück zum Ausgangspunkt. Auf dem Weg durch die Rheingauer Natur bieten sich dem Wanderer zahlreiche Möglichkeiten zu Einkehr und zum Genuss des regionalen Weins.
Wer sich über die regionale Geschichte und Kultur informieren möchte, kann dies im Heimatmuseum tun. Hier sind neben Malereien aus dem 18. Jahrhundert (Schütz-Galerie) vor allem ein Fayence-Kabinett mit Arbeiten aus der stadteigenen Fabrik aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert. Andere Ausstellungsstücke wie Bilder und Dokumente bieten ein lebendiges und abwechslungsreiches Bild der geschichtlichen Entwicklung Flörsheims.
Der jährliche Veranstaltungskalender der Stadt enthält neben der Kerb am Mainufer ein kleines Rock- und Pop-Musikfestival und den überregional bekannten Fastnachtsumzug mit oftmals mehr als 30.000 Zuschauern am Fastnachtssonntag.
Ein besonderes Highlight stellt die Große Prunksitzung des Fastnachtsvereins dar, die die größte Veranstaltung dieser Art im Main-Taunus-Kreis ist und bereits mehrmals im Hessischen Rundfunk übertragen wurde.
Sehenswert:
Eine Gedenkveranstaltung der besonderen Art ist der „Verlobten Tag“:
Er hat seinen Ursprung in der Pest des Jahres 1666 und wird seitdem immer am letzten Montag im August eines jeden Jahres begangen.
Nachdem die Pest bereits mehr als 200 Einwohner das Leben gekostet hatte und der Gemeinde die vollständige Auslöschung drohte, beteten die Überlebenden gemeinsam für eine Rettung. Als die Pest daraufhin tatsächlich endete, gelobten die Flörsheimer, „solange in Flörsheim Stein auf Stein steht, eine Dankprozession zum Lobpreis des Allerhöchsten alljährlich durchzuführen“. Dieser Schwur ist bis heute gewissenhaft eingehalten worden, sogar während des Krieges und trotz eines zeitweisen Verbots der Veranstaltung. So wurde der „Verlobten Tag“ bis heute mehr als 340 mal mit Umzügen und Gottesdiensten begangen.
Wussten Sie schon, …
…dass Flörsheim einen eigenen, einmaligen Fastnachtsruf besitzt? Statt „Helau“ ruft man in Flörsheim „Hall die Gail“. Das heißt „Halt die Gäule“ und stammt aus der Zeit, als die Wagen des Fastnachtszuges noch von Pferden gezogen wurden. Wurden die Pferde unruhig, warnte man den Wagenlenkern mit diesem Ruf.
…dass Flörsheim über eine eigene Bürgerstiftung verfügt? Die Gründung geht auf einen anonymen Spender aus dem Jahr 1966 zurück, der der Stadt Flörsheim ein Sparbuch schickte, mit der Aufforderung, das Geld für wohltätige Zwecke zu verwenden.